Macht mir meine Arbeit Spaß?

Diese Frage sich zu stellen kann maßgeblich dazu beitragen, ein erfülltes Leben und somit auch Glück zu verspüren. Man benötigt mit Sicherheit keine Studien, um festzustellen, dass mit einem tollen Job auch gleichzeitig viel mehr Energie und Erfüllung für das Privatleben vorhanden ist.

Welche Faktoren bestimmen denn darüber mit, dass man sich als Angestellter eines Unternehmens glücklich fühlt? Mit dieser neuen Rubrik werden in den nächsten Wochen Umstände unter die Lupe genommen, die mehr oder weniger zu unserer Freude am Arbeitsplatz beitragen. Heute fangen wir an mit einem sehr wichtigen Baustein:

Das Gehalt

Ist es so, dass wir zwangsläufig von einem erfüllten Berufsleben reden können, wenn das monetäre stimmt? Oder werden bei einem sehr hohen Einkommen nicht auch sehr hohe Ansprüche an einen gestellt? Da fängt es doch schon an, dass aus der guten alten 40 Stunden-Woche mal schnell die 50- oder 60-Stundenwoche wird. Wenn es um das Thema Geld geht, übersehen viele, dass sie hierfür ein zu hohes Maß ihrer Freizeit opfern – Zeit, die für die eigene Regeneration und für die soziale Bindung im Familien- und Freundeskreis eine der wichtigsten Rollen spielt. „Zeit ist Geld“ – diese mathematische Formel kannte schon Benjamin Franklin im 18. Jahrhundert. Ist es das wert? Das können nur Sie selber sich beantworten. Nur man sieht oft die nicht so tollen Folgen im privaten Rahmen, die durch einen zu hohen Zeiteinsatz im Berufsleben entstehen.

Aber ist es nicht so, dass wir in unserem privaten Leben auch unsere Ausgaben stemmen müssen? Und vielleicht auch noch uns mal mit etwas Schönem belohnen wollen, wie z.B. einem Urlaub? Natürlich. Das sollte unbedingt so sein. Nun mag also der Gedanke einen beherrschen, dass man entsprechend ein hohes Einkommen erzielen muss, um keine ungewollte Bekanntschaft mit seinem Dispokredit zu machen. Wieviel Geld muss ich demnach verdienen?

Hierzu eine Idee: Warum sich nicht einmal eine Stunde Zeit am Wochenende nehmen und sich die gesamten Ausgaben bewusst machen. Wie funktioniert das? Hierzu eine kleine Anleitung, die sich schon oft bewährt hat. Sie notieren sich auf einem Zettel folgende Ausgaben:

  1. Alle gleichbleibenden (fixen) Ausgaben, die jeden Monat abgebucht werden (z.B. Kreditraten)
  2. Alle gleichbleibenden (fixen) Ausgaben, die in anderen Intervallen abgebucht werden, also z.B. einmal im Quartal, im Halbjahr oder im Jahr (z.B. Versicherungsbeiträge)
    • Diese werden anschließend auf den Monat heruntergerechnet, so dass Sie sich bewusst werden, wie viel monatlich zur Seite gelegt werden muss
  3. Dasselbe Prinzip wie bei Punkt 1 und 2 wird bei allen individuellen (variablen) Ausgaben umgesetzt
    • Hierzu schauen Sie sich die letzten drei Abbuchungen zu einer Ausgabe an (z.B. für Tankkosten) und nehmen sich den Durchschnittbetrag als Orientierung für Ihre zukünftigen Ausgaben
    • Bei manchen Ausgaben ist dies nicht so einfach. Hier empfiehlt es sich, zu kalkulieren, wie hoch künftig die Ausgaben in diesem Bereich sein werden (z.B. für den geplanten Urlaub)

Nehmen wir zur Veranschaulichung eine (vereinfachte) Musterrechnung:

  • Fixe Kosten monatlich:
    • Miete: 800€
    • Kfz-Versicherung: 80€
    • Private Rentenversicherung: 100€
    • = Gesamt: 980€
  • Fixe Kosten andere Intervalle:
    • GEZ: 52,50€/Quartal = 17,50€/Monat
    • Kfz-Steuer: 240€/Jahr = 20€/Monat
    • Haftpflichtversicherung: 60€/Halbjahr = 10€/Monat
    • = Gesamt 47,50€/Monat an Rücklage
  • Variable Kosten:
    • Benzinkosten:
      • 1. Vormonat: 150€
      • 2. Vormonat: 170€
      • 3. Vormonat: 165€
      • Durchschnitt der letzten drei Monate: 161,67€
    • Urlaubsrücklage:
      • Kalkulierte Ausgabe für den geplanten Urlaub nächstes Jahr auf Mallorca: 2400€ = monatliche Rücklage von 200€
    • Gesamt: 361,67€/ Monat an Rücklage
  • Gesamtsumme:
    • Fixe Kosten monatlich: 980€
    • + Fixe Kosten andere Intervalle: 47,50€
    • + Variable Kosten: 361,67€
    • = Gesamtausgaben: 1.389,17€
      • Dieser Betrag sollte mindestens als monatliches Einkommen zur Verfügung stehen
      • Noch besser ist es, etwas mehr zu verdienen, so dass man für ungeplante Ausgaben einen Puffer aufbaut. Nehmen wir hierzu 100€.
      • Somit sollte das Einkommen bei 1.489,17€ ausreichen.

Nach dieser Berechnung sollten Sie immer vorgehen, um Ihre Ausgaben im Griff zu haben. Zudem wissen Sie nun, wieviel Geld jeden Monat eingenommen werden muss. Vergleichen Sie dies mit Ihrem jetzigen Gehalt. Dann wissen Sie, ob es ausreicht.

Vielleicht stellen Sie jetzt auch fest, dass Sie viel mehr verdienen, als Sie eigentlich benötigen. Vielleicht sind hierfür aber die Arbeitsbedingungen nicht so toll. Ist es das wert? Wenn ja, machen Sie weiter so. Wenn nicht, ändern Sie etwas in Ihrem Berufsleben oder verkürzen Sie Ihre Arbeitszeit. Ihr Privatleben wird es Ihnen danken!

Warum schreibe ich als Personalleiter solch eine Empfehlung? Nun, nur wenn der Mitarbeiter auch in seinem Berufs- und Privatleben glücklich ist, wird er sich mit ganzer Kraft auch auf der Arbeit anstrengen können. Und das ist mein Ziel. Aus diesem Grund ist es die Firmenphilosophie von Ersatzteil-Land Mengeler e.K., unseren Mitarbeitern z.B. eine geregelte 40-Stunden-Woche zu bieten. Überstunden werden nur dann gemacht, wenn es denn nur wirklich notwendig ist. Und diese werden künftig durch Freizeitausgleich getilgt. Unter dieser Voraussetzung ist eine gesunde Work-Life-Balance gewährleistet.

Bitte teilen Sie mir durch Ihre Kommentare mit, wie Sie zu diesem Thema stehen. Ist ein hohes Einkommen auch unter schwierigen Umständen für Sie wichtig? Gibt Ihnen dieses ein Gefühl von Sicherheit und Glück? Ich freue mich auf Ihre Meinung!

Ihr Tobias Mengeler

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„Ist das Unternehmen für Sie da, oder sind Sie für das Unternehmen da?“ – Diese tragende Meinung zu einer erfolgreichen Personalführung, die ursprünglich von Götz W. Werner, dem Gründer der Drogeriekette dm stammt, beschreibt die Einstellung zu meiner Aufgabe. Im Rahmen der Personalführung stehe ich dafür ein, den einzelnen Menschen zu sehen und voranzubringen.

Ein Kommentar

  1. Ich kann dem Gesagten voll und ganz zustimmen. Ich hatte lange Jahre ein gutes und sicheres Gehalt, aber dafür eine sehr unbefriedigende Tätigkeit. Inzwischen arbeite ich mit meinem (selbstständigen) Mann zusammen. Auch wenn hierdurch nicht mehr am 30. ein festes Gehalt auf dem Konto ist, habe ich endlich Freude an meiner Arbeit!

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