Kuschelig warme Wohnung – so heizt du richtig

Es dauert immer eine Weile, bist du akzeptierst,  dass die warme Jahreszeit mit ihren lauen Nächten ihr Ende gefunden hat. Die Flip-Flops verschwinden ins Winterlager, die Ärmel deiner Oberteile werden wieder länger und ohne den Griff zur Decke werden die Abende vor dem Fernseher zur Zitterpartie.

Handschuhe TeetasseIrgendwann hast du keine andere Wahl – du musst die Heizung aufdrehen.

Nicht selten ist die Inbetriebnahme nach der langen Sommerpause mit einigen unangenehmen Überraschungen verbunden. Die Heizkörper bleiben kalt oder werden nur lauwarm. Die Wohnung wird nicht warm  oder die Heizkörper machen mit lautem Gluckern und Klacken darauf  aufmerksam, dass etwas nicht stimmt. Wenn sich trotz gründlichen Lüftens auch noch Schimmel bildet, dann ist erst mal Schluss mit lustig.

Doch keine Sorge – oft sind es nur Kleinigkeiten, auf die du achten musst, um zum Auftakt der Heizsaison in den Genuss einer kuschelig-warmen Wohlfühlzone zu kommen.

Heizkörper entlüften

In Deiner Heizung bzw. in allen Leitungen und in den Heizkörpern dient Wasser als Medium. Es wird im Kessel erwärmt und durch das komplette System gepumpt. Während der Heizperiode schwindet ein Teil des Wassers und es bildet sich Luft in den Heizkörpern.

Naturgemäß steigt die Luft nach oben.  Das bedeutet, dass ein Heizkörper nur im unteren Bereich warm wird. Bei Etagen- bzw. Maisonette-Wohnungen sind von diesem Phänomen meistens die Heizkörper in den am höchsten gelegenen Gefilden betroffen.

Um das Defizit an Wasser auszugleichen, kannst du am Kessel neues Wasser zulaufen lassen. Bevor das geschieht, musst du zuerst die Luft aus den Heizkörpern entfernen – der Fachmann spricht vom Entlüften der Heizung.

Sichere Anzeichen dafür, dass eine Entlüftung ansteht, sind gluckernde und klackernde Heizkörper. Außerdem werden die Heizkörper gar nicht oder nur teilweise warm.

So entlüftest du deine Heizkörper

Heizung entlüften
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Seitlich am Heizkörper befindet sich ein Ventil, welches du mit einem speziellen Vierkantschlüssel oder mit einem Schlitzschraubendreher öffnen kannst. Vor dem Öffnen solltest du eine kleine Schüssel, einen großen Becher oder ein ähnliche Gefäß zum Auffangen des Heizungswassers darunter halten.

Drehe das Ventil behutsam auf. Zuerst wird reine Luft und dann ein Wasser-Luft-Gemisch entweichen. Erst dann, wenn nur noch Wasser herausläuft, ist die Luft entfernt. Diesen Vorgang wiederholst du an allen Heizkörpern im Haus bzw. in der Wohnung.

Thermostat bzw. Ventil klemmt

Du drehst den Heizkörper auf und nichts passiert – die Heizung wird einfach nicht warm. Sind die Zuleitungen warm und der Heizkörper bleibt dennoch kalt, dann klemmt wahrscheinlich das Ventil.

Schraube das Thermostat komplett vom Heizkörper ab.  Nun erblickst du am äußeren Ende des freigelegten Ventils einen kleinen Metallstift. Dieser wird normalerweise vom durch die Schraub- und Schiebebewegung

Heizung Ventil entstören
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des Thermostats rein- und rausgeschoben und regelt so die Temperatur. Zeigt der Heizkörper keine Reaktion, klemmt der Metallstift. Mit leichten Hammerschlägen auf das Ventil, springt der Metallstift wieder heraus. Anschließend kannst du das Thermostat wieder anschrauben.

 

Dosiere die Hammerschläge behutsam und mit Fingerspitzengefühl – kraftvolles Hämmern schadet eher, als es hilft.

Wasser nachfüllen

Anschließend prüfst du an deiner Heizanlage im Keller oder der Garage  den Füllstand des Wassers. Auf der Skala der Wasserstandsanzeige (Manometer)  informiert dich ein roter und grüner Strich über die nötige Füllmenge. Ggf. musst du nun so viel Wasser nachfüllen, bis das Ende des grünen Feldes bzw. die rote Markierung erreicht ist. Der rote Strich auf der Skala markiert das Maximum.

Blecheimer mit Wassertropfen
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Während des  Befüllen sollten alle Thermostatventile bis zum Maximum aufgedreht sein. Bleiben ein oder mehrere Ventile geschlossen, ist der Kreislauf abgesperrt und es kann nur unzureichend Wasser nachgefüllt werden. Die Umwälzpumpe in der Heizanlage solltest du ausschalten.

Die Thermostatventile sollten auf Maximum gestellt werden und die Umwälzpumpe ausgeschaltet sein.

Sind alle Vorbereitungen getroffen, kannst du den Schlauch an den sog. Kessel-Füll- & Entleerhahn  anschließen. Anschließend öffnest du sowohl den Wasserhahn, als auch den Kessel-Füll- & Entleerhahn bis dir die rote Markierung im Manometer “Stopp“ befiehlt. Nach dem Befüllen werden alle Hähne wieder abgesperrt und der Schlauch entfernt.

Finger weg von Gemeinschaftsheizanlagen

Wenn du in einem Mehrparteienhaus wohnst, dann wird der Hausmeister diesen Service für dich übernehmen. In jedem Fall solltest du – um Ärger und Kosten zu vermeiden – dich in einem Mehrfamilienhaus nicht einfach selbst an der Gemeinschaftsheizung zu schaffen machen.

Die Erklärung dafür ist recht einfach: Wenn jeder im Haus die Einstellungen der Heizung nach seinem Gutdünken manipuliert, dann ist irgendwann die Heizung im Eimer.

In der Folge muss der teure Heizungsmonteur die Sache wieder richten.

Heizsituation optimieren

Werden deine Räume trotz richtiger Heizungseinstellung nicht richtig warm, können neben realen Defekten an der Heizanlage – für die ein Fachmann konsultiert werden muss – auch andere Faktoren eine Rolle spielen.

Heizkörper sind nicht wirklich optische Leckerbissen, Couch mit versteckter Heizungdie dein Ambiente verschönern. Aus diesem Grund verrichten viele Heizkörper ihren Dienst im Verborgenen. Mit anderen Worten – wenn Sofas, Wohnlandschaften, Sideboards oder Vorhänge die Heizkörper verdecken, kann die Wohnung nicht warm werden. Ebenfalls sind Heizkörper, die als Ersatz für ein Regal oder zum Abstellen von Dekorationsgegenständen zweckentfremdet werden, in ihrer Heizleistung sehr eingeschränkt.

Alle Räume heizen

Wer ist nicht schon auf die glorreiche Idee gekommen, nur die Räume zu beheizen, in denen man sich die meiste Zeit aufhält. Spätestens nach der jährlichen Energiekostenabrechnung empfindest du das Nichtheizen von wenig frequentierten Räumen als den Tipp des Jahres.

Doch Vorsicht lieber Sparfuchs – diese Heizmethode ist falsch. Die Erklärung ist recht simpel.

Sparschwein auf Heizung
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Trifft z.B. beim Öffnen einer Tür die warme Luft eines beheizten Raumes auf die kalten Bereiche (Wände und Böden) eines unbeheizten, dann kondensiert die Feuchtigkeit der warmen Luft an den kalten Flächen. Dieser Effekt ist vergleichbar mit einer stark gekühlten Glasflasche aus dem Kühlschrank, die direkt danach Kontakt mit der warmen Zimmerluft hat. Die Flasche wird von außen feucht und es können sich sogar Wassertropfen bilden. Für das sogenannte Querheizen bedeutet dies, dass Feuchtigkeit ins Mauerwerk, Tapeten und in Bodenbeläge dringt. In der Folge entsteht Schimmel, der nicht nur eine ästhetische Beeinträchtigung, sondern auch eine gesundheitliche Gefahr darstellt. Ist der Schimmel erst einmal sichtbar geworden, dann kannst du selbst mit den raffiniertesten Lüftungsmethoden den Schaden nicht mehr beseitigen.

Beitrag: Schimmel in der Wohnung – was kann man tun?

Reduzierung der Heiztemperatur

Ob ein Raum nun wohlig warm oder etwas zu kalt ist, hängt von den individuellen Anforderungen der Bewohner ab.  Während der Mann noch lässig mit einem T-Shirt und kurzen Shorts bekleidet über die hohen Heiztemperaturen jammert, ist die Frau mit kalten Füßen und Händen schon lange im Krisenmodus.

Socken kuscheligDie Statistik belegt, dass für Wohnzimmer, Esszimmer und Küche eine Zimmertemperatur von ca. 21° C als optimal bezeichnet wird.  In Schlafräumen, in denen du unter einer warmen Bettdecke eingepackt bist, reichen 17° C zum Glücklichsein völlig aus.

Im Bad sollte es zumindest während der täglichen Körperpflege, aufgrund der sparsameren  Bekleidung kurzfristig mindestens 23° C  warm sein.

Reduzierst du in allen Bereichen des Hause oder der Wohnung die Heiztemperatur um ein Grad, dann hat dies einen angenehmen Einfluss auf deine Heizkostenabrechnung. Immerhin sind dadurch bis zu 6% Energieersparnis möglich. Eine Absenkung von mehr als einem Grad ist nicht ratsam. Niedrige Temperaturen begünstigen ähnlich wie das Quer- bzw. Nichtheizen die Schimmelbildung.  Insbesondere in eisigen Zeiten, wenn der Frost mit Nachdruck an deine Tür klopft, besteht zudem noch die Gefahr eingefrorener Wasserleitungen. Ist der Frost vorbei, verlangen geplatzte und undichte Rohrleitungen nach aufwendigen Reparaturen.

Richtiges Lüften – das A & O –  in der Heizperiode

Wohnung lüften
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Lüften ist essentiell wichtig, um überschüssige Luftfeuchtigkeit aus den Räumen zu entfernen. Eine dauerhafte Kippstellung der Fenster ist suboptimal, da der Luftaustausch nur ungleichmäßig und in schleppendem Tempo erfolgt.

Stoßlüften ist der richtige Weg.  Öffne die Fenster für einige Minuten (Herbstmonate 15 Minuten und in Wintermonaten 5 – 10 Minuten) komplett und sorge für Durchzug. Dieses Querlüften  wiederholst du mehrmals am Tag. Kalte Luft erwärmt sich schneller als verbrauchte. Das bedeutet, dass dich stets ein ausgewogenes Heizklima umgibt, dass dem Schimmel keine Chancen gibt.

In Feuchträumen wie z.B. deinem Badezimmer solltest du sofort nach jedem Duschen oder Baden großzügig lüften.

"Kaputte Dinge wirft man nicht einfach weg. Wenn sie wichtig sind, dann repariert man sie." Warum z.B. eine Waschmaschine wegschmeißen, wenn sie mir jahrelang treue Dienste geleistet hat? Als Teil des Social Media Teams bei Ersatzteil-Land versuche ich unseren Kunden, mit diesem Blog, die preiswerteren Alternativen vorzustellen.